Podcast: "Mythos Bleiburg"

    Jedes Jahr an einem Wochenende im Mai findet im kärntner Bleiburg/Pliberk eine riesige Veranstaltung zum Gedenken an das angebliche Massaker von Bleiburg statt: Hochrangige kroatische Politiker_innen, Vertreter_innen von katholischer Kirche und muslimischen Glaubensgemeinschaften versammeln sich neben Rechtsextremen, Konservativen und Neonazis. Vereint im Geschichtsrevisionismus treffen sie sich zum Gottesdienst an einer Gedenkstätte, die dem faschistischen Unabhängigen Staat Kroatien und damit auch seinen Verbrechen gedenkt. Jahrzehntelang kaum beachtet fand und findet hier eines der größten geschichtsrevisionistischen Treffen Europas statt, bis vor wenigen Jahren hatte das Treffen ein Volksfestcharakter mit Bierzelten und Verkaufsständen.

    Erst als die Kritik zu groß wurde und die katholische Kirche drohte, den kirchlichen Segen zu entziehen, verschwanden die Bierzelte und Verkaufsstände. Doch die Inhalte blieben die gleichen. Wir freuen uns, gemeinsam mit Radio Orange eine Reihe über die Hintergründe und verschiedene Aspekte zum alljährlichen Bleiburg-Treffen gestalten zu dürfen. In acht Sendungen wollen wir und Expert_innen das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Hier findet sich die Reihe in Form eines Podcast zum Nachhören.

    Mehr zur Sendereihe auf Radio Orange (Link)

    Teil 1: Vorgeschichte und Entstehung des Mythos

    Im ersten Teil sprechen wir vom AK Bleiburg/Pliberk über die Ustaša, den faschistischen NDH-Staat, die Flucht nach Kärnten/Koroška, die Ereignisse in Bleiburg/Pliberk sowie die Verklärung dieser zum "Mythos Bleiburg".

    Teil 2: Die Verbreitung des Mythos und die Entstehung der Gedenkfeier

    Im zweiten Teil der Sendung berichten wir über den Mythos Bleiburg, über seine zentralen Elemente sowie über die Personen und vor allem Gruppen, die für die Verbreitung des Mythos verantwortlich waren und sind. Außerdem sprechen wir über den Gedenkort am Loibacher Feld/Libusko Polje in Bleiburg/Pliberk. Und über das Treffen selbst sowie darüber, wie es sich über die Jahre entwickelt hat.

    Teil 3: Jugoslawische und kroatische Gedenkpolitik und deren Verbindung mit Bleiburg

    Im dritten Teil spricht Ljiljana Radonić vom Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften darüber, wie dem sogenannten Massaker von Bleiburg, jedoch auch dem NDH und den Ustaša-Verbrechen im ehemaligen Jugoslawien gedacht wurde und was sich unter der Regierung von Franjo Tuđman nach dem Zerfall Jugoslawiens verändert hat. Außerdem wird es darum gehen, wie das Treffen heute in Kroatien wahrgenommen wird und welchen Stellenwert es für Politik und Gesellschaft hat.

    Teil 4: Teilnehmer_innen am Treffen und Veränderungen seit 2018

    Im vierten Teil der Sendung waren die Journalisten Danijel Majić und Krsto Lazarević zu Gast und über das Treffen selbst, ihre Erfahrungen vor Ort, über die Besucher_innen des Treffens und darüber, wie es sich seit 2018 verändert hat.

    Teil 5: Politik, Behörden und das Ustaša-Treffen

    Im fünften Teil der Sendung sprechen wir über die Rolle von Politik und Behörden, ohne die das Ustaša-Treffen in Bleiburg/Pliberk nicht möglich wäre. Doch in der Geschichte des Treffens zeigte sich, dass die Behörden auch repressiv gegen das Treffen vorgehen können - wenn sie nur wollen.

    Nächste Folge: österreichische Politik und das Treffen in Bleiburg/Pliberk (12.4.2021)

    In der nächsten Folge ist Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer von den Grünen zu Gast um über österreichische Politik und das Treffen in Bleiburg/Pliberk zu sprechen.

    Weitere Radiobeiträge

    Auch im Jahr 2020 waren wir im Radio zu Gast. Nachfolgend findet ihr unser Interview mit Radio Agora und Radio Orange.